Virtual Reality for mission planning

Eine Userin bewegt sich im VR-Raum. Auf den Bildschirmen kann die Szene, welche die Userin sieht, in zwei Echtzeit-Perspektiven mitverfolgt werden.

Die Aktionen der Userin oder des Users können in Echtzeit aus verschiedenen Perspektiven auf den Bildschirmen verfolgt werden. Über verschiedene Werkzeuge ist es möglich Routen zu markieren oder Sichtfdelberechnungen anzuzeigen.

Ein Trainingsbereich für urbane Kriegsführung in der VR-Anwendung.

Miniaturansicht des Trainignsbereichs (aus der Vogelperspektive).

First Person-View einer urbanen Szene ohne Nebel und guten Sichtverhältnissen.

First Person-View einer urbanen Szene mit starkem Nebel und schlechten Sichtverhältnissen.

Ein Menü verschiedener taktischer Zeichen zum Annotieren für die Planung (z.B. Einsatz- oder Rettungsplanung).

Es ist schwer bestimmte Informationen aus einer gewöhnlichen 2D-Karte herauszulesen. Für Sicherheitsmanöver ist es beispielsweise wichtig zu wissen, wie am besten Personen aus einem Gebäude evakuiert, welches unter Beschuss steht - welche Sicht- und Schusslinien es hier gibt. Die rote Fläche visualisiert in der Szene die Sichtweite von einem bestimmten Punkt aus.

Eine Bergszene mit einer eingezeichneten, geplanten Route.

Durch neue Technologien und sicherheitspolitische Entwicklungen befinden sich die österreichischen Streitkräfte in einem Paradigmenwandel. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationsmaßnahmen birgt dabei Herausforderungen, aber auch Chancen: für Kampf-, Sicherheits- und Rettungsmanöver.

Das VRVis entwickelte für das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) und das Institut für Militärisches Geowesen eine Virtual Reality-Applikation für den geographischen Informationsbedarf, aber auch zugleich die einsatzorientierte Anwendung. Aus Satellitenbildern werden urbane Szenen in 3D-rekonstruiert, sodass sich User und Userinnen frei darin bewegen können: zum Training von Ortskenntnis, zur Einsatzplanung bis hin zu Manöverübungen oder zur Planung von Rettungseinsätzen. Das alles absolut realitätsnah, aber komplett gefahrlos, via remote-Anwendung. Die Anwendung des VRVis vereint gleich mehrere Technologien: Virtual Reality, Fotogrammmetrie (3D-Rekonstruktion aus Luftbildern) und virtuelle Geodäsie.

Die Anwendung ermöglicht das Bewegen durch verschiedene rekonstruierte Einsatzgebiete. Die Szene wird dabei aus Satellitenbildern, Fotos oder anderen hochauflösenden Aufnahmen rekonstruiert. In zwei möglichen Sichten (First-Person und Birds-Eye/Sandkasten View) kann sich der User oder die Userin durch den virtuellen Raum bewegen. Die Geländebeurteilung ist aus der "darüber fliegenden" Vogelperspektive leicht möglich. Um sich genauer mit Geländeschlüsselstellen auseinanderzusetzen teleportiert sich der User oder die Userin in die Szene hinein. Im Maßstab von 1:1 kann der User oder die Userin durch die Landschaft spazieren, so als wäre er oder sie tatsächlich vor Ort und kann sich so mit den Gegebenheiten leicht vertraut machen. Beispielsweise kann um die Ecke von Gebäuden geblickt werden, von einem Hausdach auf die Straße geschaut, aber auch reale Entfernungen können besser eingeschätzt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um ein Tool zur reinen Erkundung, es ist insbesondere ein Werkzeug für die Einsatzplanung. Der User oder die Userin kann darin vermessen, markieren sowie annotieren und präzise Sichtbarkeitsberechnungen für Schussfelder durchführen. Auch die Simulation von Umgebungsbedingungen, wie beispielsweise Nebel, Sonnenstand etc. ist inkludiert.

Diese VR-Anwendung ist eine wichtige Applikation für moderne Streitkräfte, da sie gleich mehrere Vorteile bietet:

  • komplexe geographische Inhalte können vermittelt werden, die nicht auf zweidimensionalen Karten transportiert werden können
  • zukünftige Einsatzgebiete können kennengelernt werden
  • Ortskenntnis kann "antrainiert" werden
  • alle Vorgänge in der Simulation werden zur Befehlserstellung dokumentiert

Diese VR-Anwendung wurde vom Bundesheer bei der Informations- und Leistungsschau zum Nationalfeiertag vorgestellt. Die Cyberkräfte stellten am 25. und 26. Oktober "Am Hof" in Wien u.a. dieses Projekt den Besucherinnen und Besuchern vor, um Ihnen das neueste aus dem Bereich Sicherheit, 3D und VR-Geographie zu präsentieren.

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